Wer mit wem

Um die Darbietungen so vielfältig wie möglich zu gestalten, haben in der künstlerischen Leitung des Festivals vier Münsteraner Kulturgrößen zusammengefunden: Theater Titanick, Pumpenhaus Münster, Filmwerkstatt Münster und Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster liefern die kreative und organisatorische Basis für Flurstücke 011.

Logos: Theater Titanick | Theater im Pumpenhaus | Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster | Filmwerkstatt Münster

 

Wer mit was

Schräge Vögel
Générik Vapeur (Frankreich): “Drôles d’Oiseaux”
Generik Vapeur Générik Vapeur machen den Asphalt zur Bühne: die Aktions-Künstlergruppe, deren Heimat Marseille ist, krempeln in ihren Projekten den Straßenverkehr um. Ihr Anliegen dabei ist es, größtmögliche Verwirrung zu stiften und das am liebsten mit viel musikalischem Dampf!
Auch das Spektakel ‘Drôles d´Oiseaux’, (sinngemäß : ‘Schräge Vögel’ oder ‘Komischer Kauz’) kommt als schrille Parade mitten durch die Innenstadt daher und setzt die eine oder andere Ordnung außer Kraft: so z.B. die Schwerkraft von Autos … aber mehr wird nicht verraten!
›› www.generikvapeur.com

Fr 22.00 – 23.30 | Servatiiplatz bis Domplatz
 

Générik Vapeur (Frankreich): “Les Champêtres”
Münster gilt als westfälische Fahrrad-Hochburg. Und auch so ein Leezen-Verkehr will geregelt sein… Drum präsentieren Générik Vapeur noch eine Nummer auf Zweirädern: Als französische Landpolizisten verkleidet wird das Ensemble in den Straßenverkehr eingreifen und für ‚Ordnung‘ sorgen. Auch hier gilt das Credo: Straße frei für Menschen und Kunst!

Do 17.00 | Windhorststraße/Bahnhof

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Sonnambulo
Theater Titanick (Deutschland): “Sonnambulo”
Theater Titanick Schlafwandler oder auch Mondsüchtige sind Personen, die weder wach noch schlafend in Bewegung sind. So ähnlich wird sich der Zuschauer fühlen, wenn er in die Welt eintaucht, die Theater Titanick in einem Parkgelände kreiert. Eine Welt des Traums, in der sich Schein und Wirklichkeit vermischen. Die Gegensätze von Paradies und Hölle treffen aufeinander und bestimmen das Szenario. Das vordergründig Schöne entwickelt sich ins Hässliche, das Sanfte verwandelt sich ins Grausame, das Gutmütige wird bösartig oder umgekehrt.
Eine Welt voller Wunder und Eigentümlichkeiten, voller Magie und Überraschungen.
Inspiriert durch die Gemälde von Bosch und Breughel entwickelt Theater Titanick einzelne Situationen und Szenen, die in dem Park erscheinen und wieder erlöschen und vom Zuschauer entdeckt werden müssen.
Ein Erlebnis für alle Sinne und empfohlen für alle Zuschauer ab 12 Jahren.
›› www.titanick.de

Mi 22.00 – 00.00 | Altes Zoogelände
Do 22.00 – 00.00 | Altes Zoogelände
Einlass nur mit kostenloser Eintrittskarte, beide Veranstaltungen sind ausverkauft!

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Raumsortierungen
Angie Hiesl & Roland Kaiser (Deutschland): “PICK’n’PLACE”
Angie Hiesl, Foto: Roland Kaiser Raum- und Zeit-Ordnungen interessieren auch Angie Hiesl und Roland Kaiser in ihren Projekten. Das in Köln lebende Künstlerduo arbeitet unter dem Label Angie Hiesl Produktion national und international im Bereich der Performativen und Bildenden Kunst. Ihre Projekte sind vielfach ausgezeichnet worden und erfahren weltweit hohe Anerkennung.
Hiesls und Kaisers neuestes Performance- und Installations-Projekt “PICK’n’PLACE” aus dem Zyklus URBAN-CITY-URBAN findet bei Flurstücke 011 parallel an zwei speziell dafür ausgewählten Orten statt.
Die Reflexion über Öffentlichen und privaten Raum, Mensch und Ordnung, gewinnt hier im Sinne von ein-, auf- und umräumen eine überraschende Bedeutung.
Zwischen akribisch archivierten Lebens-Utensilien und Stapeln von Massenware entsteht ein Mikrokosmos, der gesellschaftliche Ordnungs- und Lebenssysteme reflektiert. “PICK’n’PLACE” ist ein Spiel mit Platzierung und Deplatzierung – eine Ver-Rückung von Innen- und Außenwelten.
›› www.angiehiesl.de

Do 15.00 – 20.00 | Stubengasse/Harsewinkelplatz
Fr 15.00 – 20.00 | Stubengasse/Harsewinkelplatz

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Putzservice für verstopfte Ohren
UliK und Le SNOB (Frankreich): “GLISSSSSSSSSENDO
UliK & Le SNOB In langen schwarzen Gewändern ziehen die 9 Musiker ihre choreographischen Spuren über den See, als würde Schwerkraft keine Rolle spielen. Ihren Instrumenten entströmt eine sanfte Symphonie nach Noten von Philip Glass und Michael Nyman. Der Show-Titel leitet sich ab von ‚Glissando‘, was in der Musik die ‚gleitende‘ Veränderung der Tonhöhe beschreibt. Dieses ‚Gleiten‘ übertragen die Künstler aus Frankreich dabei in ihren schwebenden, feierlichen Tanz. Idee und Inszenierung zu GLISSSSSSSSSENDO stammen von UliK, einem deutschen Künstler, der nach eigener Aussage „mit seiner Arbeit den Begriff Maschinenkomiker“ kreiert. Erwarten Sie das Unerwartete: Ein irreales, poetisches Ballett auf einer Seebühne im Aasee.
›› www.ulik.com

Do 19.00 | Aaseebühne
Fr 21.00 | Aaseebühne
 

Fanfare Le SNOB (Frankreich): “Musicomicale Parade”
Mit einer weiteren Musikproduktion geben Le SNOB auch in der Innenstadt den Ton an: Die Musikparade der Franzosen aus der Gegend von Poitiers ist ein klangvolles und bunt-burleskes Straßenspektakel über Münsters Kopfsteinpflaster. Übrigens steht Le SNOB für „Service de Nettoyage des Oreilles Bouchées“, was übersetzt ungefähr ‚Reinigungsservice für verstopfte Ohren‘ bedeutet… Und dieser Name ist Programm! Denn wer kann sich dieser mitreißend fröhlichen Musik-Wanderung entziehen, nach der die Ohrtrompeten garantiert frei gepustet sind?!
›› www.fanfarelesnob.com

Fr 16.00 | Salzstraße/Ecke Promenade

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Raum-Tänzer
La Macana (Spanien, Kuba): “VEN
La Macana Als VEN in Havanna uraufgeführt wurde, konnte niemand ahnen, dass dieses Duett schon einige Monate später den wichtigsten spanischen Tanzpreis gewinnen würde. Mittlerweile wird es in Europa und Lateinamerika gefeiert. Dem kubanischen Tänzer Alexis Fernández und der galizischen Tänzerin Caterina Varela ist ein kleines Meisterwerk gelungen. Sehr selten sieht man im urbanen Raum ein Tanzereignis, das so unprätentiös, kraftvoll und erotisch daherkommt. 15 Minuten Tanz am Limit zu einem Soundtrack der “Einstürzenden Neubauten”.
›› lamacana.es

Mi 19.00 | Festivalzentrum
Do 16.00 | Heinrich-Brüning-Straße
Do 20.30 | Hafenkai
Fr 16.30 | Salzstraße/Prinzipalmarkt
Fr 20.30 | Aaseebühne

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Missionierung der Innenstadt
Reverend Billy & “The Church of Earthalujah” (USA)
Reverend Billy, Foto: Fred Askew Reverend Billy, mit bürgerlichem Namen Billy Talen, ist ein New Yorker Schauspieler, Aktivist und Aktionskünstler. Er ist ein Virtuose des politischen Entertainments. Das reicht vom Kreditkarten-Exorzismus, über den Betrieb von Beichtstühlen in Einkaufspassagen bis zu aktivistischen Interventionen im öffentlichen Raum. Seit den 1990er Jahren ist er in der Rolle des gesellschaftskritischen Straßenpredigers unterwegs, unterstützt von einem charismatischen Gospelchor.
„Dieser Mann ist eine Erscheinung. Er trägt einen weißen Anzug, hat eine blonde Tolle und läuft mit einem Megafon und einem Gospelchor durch Straßen … Seit Jahren kämpft Reverend Billy gegen Verdrängung von lokalem Einzelhandel, gegen Gentrifizierung, gegen Privatisierung des öffentlichen Raumes, gegen Konsumterror… Reverend Billy ist nicht nur unermüdlicher Kämpfer, sondern gleichzeitig ein begnadeter Performer. Die Rolle des amerikanischen Fernsehpredigers ermöglicht es, moralische und religiöse Bilder gleichzeitig simpel und treffend auf politische und wirtschaftliche Realitäten zu übertragen.” (Matthias von Hartz)
In Münster werden Reverend Billy & The Church of Earthalujah am 21. und 22. Juli die Innenstadt missionieren. Das Grande Finale: Am Abend des 22. Juli findet zwecks Bekehrung mittels einer großen Show der Abschlussgottesdienst im Pumpenhaus statt.
›› www.revbilly.com

Do 17.30 | Klemensstraße
Fr 17.00 | Klemensstraße
Fr 20.00 | Pumpenhaus

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Belebte Fassaden
MediaLab (Niederlande): “Use your head”
MediaLab, Lichtprobe Das MediaLab in Amsterdam ist zurzeit die Forschungswerkstatt für intermediale Anwendungen. Sie haben sich u.a. mit ‚site specific urban screenings’ – ortsspezifische, interaktive Fassaden-Projektionen – einen Namen gemacht. Die Filmwerkstatt Münster konnte das MediaLab für eine Produktion in Münster gewinnen. Die Medienkünstler Felix Krämer und Arne Boon haben mit Programmierern, Mediendesignern und Producern der Universität Amsterdam für die Fassade der Diözesanbibliothek ein Spiel entworfen, dass auf ‚icons’ der 80er Jahre zurückgreift und die Uniformität der Innenstädte problematisiert. Die Passanten können spielerisch ‚ihre’ Stadt gestalten.
›› medialab.hva.nl/levelup/
›› www.escapation.nl

Mi 22.00 – 00:00 | Diözesanbibliothek
Do 22.00 – 00:00 | Diözesanbibliothek
Fr 22.00 – 00:00 | Diözesanbibliothek

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Klang-Perspektiven
Mahony (Österreich): “Wunder & Krise”
Mahony, Collage Die Wiener Künstler haben für ihre Performance das Hafengelände rund um die Ausstellunghalle zeitgenössische Kunst gewählt. In ihrem Projekt geht es um eine komplexe Wechselwirkung von Raum und Klang. Die Besucher sind eingeladen, im Treppenhaus, von zwei unterschiedlichen Balkonen der AZKM und direkt vor Ort den Proben zweier Münsteraner Chöre zu lauschen: Ein Chor befindet sich auf einem Schiff, das vor der Ausstellungshalle ankert, der andere Chor auf der gegenüberliegenden Seite des Speichers auf einem Brachland. Beide Chöre studieren verschiedene Lieder ein, der Klang beider wird in den Innenraum der AZKM übertragen. Daraus ergibt sich für die Besucher ein teils harmonisches, teils disharmonisches Akustik-Erlebnis. Mit den Liedtexten der geprobten Stücke, eines aus den 50er und eines aus den 70er Jahren, weisen Mahony auf die Phasen von Wirtschaftswunder und Hausbesetzungen in Münsters Geschichte hin. Der Hafen diente ursprünglich der Landung von Waren: Anfänglich Kohle, später Güter des Wiederaufbaus. Heute ist der sogenannte Kreativkai zur Adresse für Kunst und Gastronomie geworden. Wie sich ein Ort über die Zeit durch Wirtschaft, Politik, Kultur, Kunst und Konsum verändern kann, rufen Mahony in Erinnerung und verknüpfen dies mit der Gegenwart.
›› www.mahony.fm

Do 18.00, 19.00 & 20.00 | Stadthafen, Speicher II

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Die Tabus werden zu Grabe getragen
Cacahuète (Frankreich): “L´Enterrement de Maman”
Cacahuete Seit fast 30 Jahren schon provoziert das französische Aktionstheater durch humorvolle Interventionen im städtischen Alltag. Cacahuète steht für parodistische Straßensituationen, die stets an den Grenzen des guten Geschmacks wandeln. Die Straße ist dabei ein Experimentierfeld, auf dem improvisiert, schockiert und mit Tabus gebrochen wird. Auch das preisgekrönte Happening „L´Enterrement de Maman“ (Mamas Beerdigung) setzt auf komödiantisches Spiel mit peinlichen Pannen: Der Trauerzug auf dem Weg zum Friedhof entwickelt sich zu einer tragikomischen Odyssee durch die Innenstadt, die immer wieder durch groteske Hindernisse aufgehalten wird – ob sie je ‚Mamans‘ letzte Ruhestätte erreichen werden?

Mi 17.30 | Ludgeristraße
Do 16.00 | Klemensstraße
Do 19.30 | Hafenkai

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